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Corel Draw

13.4.2004 Diese Seite drucken  Diese Seite per E-Mail empfehlen

Nie mehr Hilfslinien

Vorstellung der dynamischen Hilfslinien in Corel Draw 12

Viele Anwender scheuen sich noch auf Corel Draw 12 upzudaten. Zuwenig neue Innovationen, wird gesagt. Doch mit den dynamischen Hilfslinien hat Corel tatsächlich etwas ganz neues geschaffen, was Ihre langjährige Arbeitsweise vollkommen auf den Kopf stellen wird.

Ein Problem hat der Schreiber dieser Zeilen jedoch, denn wie soll man etwas beschreiben, dass man „fühlen“ muss? Nun, lassen wir uns so beginnen: Bislang gab es drei Wege, Objekte exakt aneinander auszurichten.

Erst einmal über die klassischen Hilfslinien. Sie sind immer noch bei den meisten Grafikern sehr beliebt, versperren jedoch einerseits die Sicht, können zudem leicht verschoben werden und kosten letztlich einen Arbeitsschritt mehr, denn sie müssen ja selbst erst einmal platziert werden.

Besser man verwendet die Ausrichten-Funktionen, die mit einem Tastendruck ausgeführt werden. Das C richtet beispielsweise vertikal Centriert aus oder das L Linksbündig.

Und schließlich gibt es noch die Ausrichtung an Objekten, die in Corel-Programmen jedoch bislang nicht zu Ende gedacht wurde: Magnetisch waren nur die Eck-, bzw. Knoten-Punkte. Für Linien funktionierte es bedingt, bei komplexeren Objekte jedoch unbefriedigend.

Mit den dynamischen Hilfslinien  kombiniert Corel nun das Ausrichten an Objekten mit den Hilfslinien auf eindrucksvolle Weise.

Alles flackert

Um ein Objekt zu bewegen, haben Sie bisher irgendwo auf das Objekt geklickt und es bewegt. Speziell die Außenlinie „anzufassen“ oder gar den exakten (!) Mittelpunkt war nicht möglich. Ab Version 12 ist dies Vergangenheit. Mit Aktivierung der dynamischen Hilfslinien werden plötzlich die verschiedensten Punkte von Objekten sichtbar. Überall flackern Punkte und Informationen darüber auf:

  • Rand: Außenlinie eines Objektes
  • Knoten: Eckpunkt eines Objektes
  • Mitte: der Mittelpunkt
  • Quadrant: Kreisviertel
  • Textbasislinie

 

Immer, wenn so ein Punkt aufleuchtet, kann er mit der linken Maustaste festgehalten und verschoben werden.

Dies ist also der erste Schritt der neuen Bedienung, es folgt konsequenter Weise der zweite.

Das so festgehaltene Objekt kann nun über die anderen Objekte bewegt werden, die ihrerseits nun ihre Punkte durch aufflackern darbieten. Lassen Sie Ihr Objekt nun los, ist es exakt an dem jeweiligen Punkt ausgerichtet. Dadurch lassen sich intuitiv Dinge realisieren, die ohne diese Funktion einen erheblichen Aufwand bedeuten.

 

Beispiele:

  • Ein bereits bestehender Kreis soll exakt zentriert auf eine Ecke eines Rechtecks plaziert werden:
    „Mittelpunkt“ des Kreises anfassen und auf den Eckpunkt des Rechecks ziehen
  • Ein Kreis soll tangential und mittig neben ein Rechteck plaziert werden:
    Linken „Quadranten-Punkt“ des Kreises anfassen und solange entlang der Rechteck-Linie entlangfahren, bis der „Mittelpunkt“ der Linie aufblinkt. Dann loslassen.
  • Ein Wort soll horizontal und vertikal zentriert in ein Recheck plaziert werden:
    „Mittelpunkt“ des Textes anfassen und so in das Recheck ziehen, bis der „Schnittpunkt“ aufblinkt. Dann loslassen.

All dies und mehr funktioniert selbstverständlich auch bei gedrehten und verzerrten Objekten oder freien Kurven. Sie sind nun über die gesamte Strecke magnetisch.

DTP mit dem Grundlinienraster

Neben den dynamischen Hilfslinien für Grafikobjekte gibt es nun auch selbige für Texte, insbesondere für Mengentexte. Beim Herüberfahren über einen markierten Mengentextrahmen blinken nacheinander die einzelnen Gundlinien auf. Die gewünschte Grundlinie kann man nun anfassen und wie oben beschrieben auf ein anderes Objekt ziehen. Selbstverständlich sind auf diese Weise auch die Grundlinien anderer Texte magnetisch, so daß die Texte „Grundlinie auf Grundlinie“ übereinander zu liegen kämen. Läßt man die Maus jedoch in dem Moment nicht los und bewegt sie stattdessen ungefähr horizontal, bleibt die Grundlinie des gerade berührten Textes erhalten erleichtert somit das plazieren zweier Textfahnen standgenau nebeneinander.

Man vollzieht also einen Bogen, um Corel Draw 12 mitzuteilen, an welchem Objekt man gerne ausrichten möchte. Dies gilt nicht nur für Mengentext, sondern für alle Objekte. Dadurch können auch Objekte an weit entfernten Objekten ausgerichtet werden.

Praxistauglich

In der Praxis erweisen sich die dynamischen Hilfslinien als unglaublich wirkungsvoll und effizient. Die komplexen Einstellungen in den Optionen, wann was wo und wie ausgerichtet werden soll, tun ihr übriges.

Doch gerade wenn es wieder um DTP geht, erweist sich Corel Draw als störrisch: So sind zwar die Grundlinien dynamisch, nicht jedoch die Oberkante des Buchstabens. Eine Textüberschrift an der Oberkante eines Bildes auszurichten (oder umgekehrt) ist somit weiterhin nur „freihändig“ und mit der Lupe zu meistern.

Trotzdem: Hat man sich ersteinmal auf diese völlig neue Arbeitsweise eingestellt, wird es zunehmend schwieriger, zwischendurch mit Programmen zu arbeiten, die diese dynamischen Hilflinien nicht haben.

1 Kommentar


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Grenze

Re: Nie mehr Hilfslinien (Punkte: 1)
von Michael3333 auf 4.4.2007 (Userinfo | Artikel schicken)

Die Funktion, dass man Objekte an den Eckpunkten festhalten konnte und mittels "an Objekte ausrichten" genau auf die Eck-oder Mittelpunkte anderer Objekte platzieren konnte gab es schon einmal:
Das hat mindestens in Version 6 noch funktioniert! Ich weiß nicht mehr genau, wann das abgeschafft wurde, jedenfalls in Version 10 ging es nicht mehr (und in 11 auch nicht)

Schön dass es in 12 wieder geht. Die guten Dinge kommen eben immer zurück!

Gruß
Michael

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