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PDF und Postscript

11.10.2002 Diese Seite drucken  Diese Seite per E-Mail empfehlen

Hinein in die Welt des Postscript

Für viele professionell arbeitende Grafiker und Agenturen ist eine Postscriptdrucker Pflicht. Geprägt wurde diese Einstellung durch die Macintosh-Agenturen Anfang der neunziger Jahre, denn die meisten DTP-Programme konnten damals auf dem Mac nur diese eine Druckersprache.

Heute ist eine Postscriptdrucker für Testausdrucke nicht mehr zwingend notwendig. Zwingend ist nur, dass das, was auf dem Bildschirm zu sehen ist 1:1 auf das Papier gelangt. Gab es früher noch deutlich sichtbare Unterschiede zwischen Postscript- und Non-Postscript-Druckern, ist dies heute nicht mehr so der Fall. Ein 10-cm-Kreis ist überall ein 10-cm-Kreis: Sowohl auf dem Tintenstrahler, dem Laserdrucker als auch dem Postscript-Belichter der Lithoanstalt.

Die verbreiteste Nicht-Postscript-Sprache ist ohne Frage HPGL bzw PCL (Hewlett Packard Graphics Language). Sie hat gegenüber Adobes Postscript eindeutige Vorteile:

  • HPGL/PCL-Druckdaten sind erheblich kleiner als PS-Daten. Der Drucker benötigt nicht soviel Speicherplatz
  • Daher sind HPGL/PCL-Drucker preiswerter (auch wegen der fehlenden Postscript-Lizens)
  • HPGL/PCL ist schneller
  • HPGL/PCL kann auf Laserdruckern mehr Grautöne abstufen, Grafiken und Fotos können daher unter Umständen besser aussehen.

Aber auch einige Nachteile:

  • Um eine PS-Druckdatei zu testen benötige ich nun mal einen Postscript-Drucker
  • Eine EPS-Datei wird nur über einen Postscript-Drucker richtig ausgedruckt, Non-Postscript-Drucker übernehmen das meist sehr grobe Vorschaubild
  • Mit Ausnahme von Corel-Programmen benötigen viele andere Programme weiterhin Postscript-Drucker, um z.B. Farbauszüge zu drucken.

Mehr zu den unterschiedlichen Druckverfahren:
Vom Bildschirm zum Postscript: Alles, was Sie für den Einstieg ins DTP wissen solten 

Wer also die Ausgaben für einen Postscript-Drucker scheut, kann sich heutzutage ohne weiteres einen preiswerteren Non-Postscript-Drucker anschaffen.
Um diesen nun postscriptfähig zu machen, benötigt man ein Zusatzprogramm, das die Postscriptdaten für den eigenen Drucker umwandelt. Beliebt ist da das Sharewareprogramm Ghostscript.


Postscript via Ghostscript

Ghostscript läst sich kostenlos benutzen, jedoch sollten Sie es, wenn Sie es dauerhaft einsetzen, für 40$ registrieren lassen.

Und dies sind die Vorteile von Ghostscript:

  • Eine PS-Druckdatei muss nicht zwingend auf Papier ausgedruckt werden, sie kann auch einfach auf dem Bildschirm betrachtet werden
  • GhostScript ist in vielen Fällen schneller als ein echter Postscript-Drucker. Dies liegt zum einen an dem enormen Speicher, den Postscript-Drucker benötigen und der nun in modernen Computern in Massen (>128MB) zu Verfügung steht. Zum anderen liegt dies auch an den immer schnelleren Prozessoren (>800 MHz) der Computer gegenüber denen der Drucker.
  • Jeder Drucker wird nun eine Postscriptdrucker, also auch das Faxgerät des Kunden!

1. Schritt: Ghostscript Downloaden

Ghostscript besteht eigentlich aus zwei Programmen: Ghostscript und Ghostview. Mit Ghostscript können ähnlich einem DOS-Fenster alle Befehle über die Tastatur eingegeben werden. Da dies für viele verständlicherweise zu kompliziert ist, wurde Ghostview entwickelt, dass wie ein normales Windowsprogramm aussieht und zu bedienen ist. Ghostview kann selbst jedoch nichts und ist nur die "Fernsteuerung" von Ghostscript.

Im Abschnitt OS/2, MS-DOS & MS-Windows finden Sie die Datei gs601w32.exe (Ghostscript) und die Datei gsv34w32.exe (Ghostview).
Laden Sie beide Dateien in ein bel iebiges Verzeichnis auf Ihrer Festplatte herunter.

2. Schritt: Ghostscript installieren

  • Doppelklicken Sie auf gs601w32.exe und installieren Sie als erstes damit Ghostscript.
  • Doppelklicken Sie anschließend auf gsv34w32.exe und installieren Sie nun Ghostview.

3. Schritt: Postscriptdrucker installieren

Damit alle Programme auf einen Postscript-Drucker zugreifen können, muss ein solcher erst installiert werden.

  • Gehen Sie über Start-Einstellungen-Drucker in den Druckerordner und Doppelklicken sie auf "Neuer Drucker"
  • Klicken Sie im Assistenten auf Weiter und wählen Sie dann "Lokaler Drucker" und "Weiter"
  • Falls Sie mit einem bestimmten Belichtungsstudio arbeiten, fragen sie nach deren Modell und installieren Sie dieses.
    Ansonsten sei der Drucker "Herkules PMv2013" des Herstellers "Linotronic", aber auch andere Modelle dieses Herstellers empfohlen.
  • Klicken Sie auf "Weiter" und legen Sie als Anschluß "FILE:" fest. Da Sie ja diesen Drucker nicht wirklich besitzen, wird dadurch die Ausgabe direkt in eine Datei gelenkt, also eine Druckdatei erstellt.

4. Schritt: Drucken in eine Druckdatei

Immer, wenn Sie in einem beliebigen Programm via Postscript ausdrucken möchten, müssen Sie fortan als Drucker den eben installierten Postscript-Drucker anwählen. Sobald Sie dann auf "Drucken" klicken öffnet sich ein "Datei speichern"-Fenster, in dem Sie den Dateinamen und das Verzeichnis der Druckdatei festlegen können.

Achtung: Windows schlägt leider immer als Dateiendung *.PRN vor. Im Grunde ist diese Endung völlig beliebig, sie hat nichts mit dem Postscript-Format selbst zu tun. Trotzdem hat man sich international auf die Endung *.PS geeinigt. Gewöhnen Sie sich daher an diesen Standard und schreiben Sie immer PS als Endung (also z.B. "Katalog.ps"). Auch Ghostscript erwartet PS als Endung für eine Druckdatei, so können Sie später einfach durch ein Doppelklick auf eine solche Datei Ghostview starten.

5. Schritt: Ausdrucken mit Ghostview

  • Starten Sie Ghostview. Beim ersten Starten werden Sie nach der Sprache gefragt. Wählen Sie z.B. Deutsch.
  • Wählen Sie "Datei öffnen" und wählen Sie die Druckdatei aus
  • Nach einer Weile der Berechnung erscheint die Druckdatei als Vorschaubild
  • Drucken Sie nun diese Datei auf Ihrem "richtigen" Drucker aus.

Mehr Hilfe

Ghostscript und Ghostview sind mittlerweile zu recht komplexen und ausgereiften Programmen geworden. Diese Seite soll nicht als Bedienungsanleitung verstanden werden. Zahlreiche Newsgroups, Bücher und Internetseiten befassen sich mit Ghostscript. Näheres dazu dort:

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